samedi, mars 11, 2006

De l'emploi du voile islamique en Europe

La Suisse réfléchit aux moyens de mieux intégrer ses musulmans. Voici des extraits d'une interview très intéressante de l'ex-attachée aux étrangers de la ville de Berlin, Barbara John. Elle y explique des choses pour moi assez inédites sur l'utilisation du voile islamique par les femmes musulmannes allemandes. L'interview est parue le 4 mars dans le "Tages-Anzeiger":

"Viele Deutsche fürchten sich vor «Gegen-gesellschaften» im Land. Ist die Integrationspolitik gescheitert?

Gescheitert ist nur die Illusion, dass Menschen, die kulturell um zweihundert Jahre zurück sind - davon müssen wir bei vielen Zuwanderern aus der Osttürkei ausgehen -, diesen Rückstand innerhalb einer Generation aufholen könnten. Die andere, wirklich harte Nuss ist, dass in ganz Europa eine neue soziale Unterschicht entsteht, die sich beschreiben lässt als: zugewandert, arm, ungebildet und arbeitslos.

Und dieses neue Proletariat wächst: Jeder vierte türkischstämmige Jugendliche verlässt die Schule ohne Abschluss. Was kann man dagegen tun?

In Berlin, Nürnberg, München und Köln haben wir Stadtteile, in denen fremdsprachige Kinder kaum noch im Alltag die Sprache lernen, weil keine deutschen Kinder mehr da sind. Wir müssen das deshalb in Institutionen verlagern, in den Kindergarten. Wir müssen uns anstrengen, damit diese Kinder in der Schule von Anfang an mitreden können, weil sie sonst die Schule als Ort jahrelangen Missvergnügens erleben. Zweitens dürfen wir nicht Jugendliche einfach laufen lassen, wenn sie die Schule abbrechen, und ihnen noch Sozialhilfe hinterherwerfen. Es muss uns interessieren, was aus diesen Menschen wird. Die Frauen haben meist bessere Schulabschlüsse, aber für die jungen Männer brauchen wir Programme, die dafür sorgen, dass sie für jede Leistung, die sie vom Staat bekommen, eine Gegenleistung bringen. Wenn wir das nicht konsequent machen, werden wir scheitern.

Wenn die Mädchen die Ausbildung schaffen, während die Jungs scheitern, dann heisst das doch, dass das Problem in der Mentalität derer liegt, die das Angebot nicht annehmen.

Es ist komplizierter. Die hohen Abbrecherquoten haben wir vor allem bei türkischen und arabischen Jugendlichen, wogegen ihre Kollegen mit spanischem, russischem oder polnischem Hintergrund zum Teil besser sind als die Deutschen. Tendenziell erleben diese junge Türken und Araber heute noch, dass sie auch ohne schulische Leistung und ohne Einkommen - weil der Staat ja einspringt - in der Familie hohes Ansehen geniessen. Zugleich lässt sich bei den Frauen ein Umschwung beobachten. Sie akzeptieren immer weniger, wenn sich die Männer aus der Verantwortung stehlen. Es kommt zu Veränderungen in den Familienstrukturen und zu Autoritäts- und Ansehensverlusten der Männer, die sich zum Teil explosionsartig gegen die Frauen richten.

Wie passt dazu, dass immer mehr Frauen Kopftuch tragen? Das ist doch eine Absage an die Integration, ein Zeichen für Abschottung und Radikalisierung.

Das kann man so deuten. Aber wer das so sieht, traut der nicht der unterstellten Gegenkultur mehr Einfluss zu als unserer offenen Gesellschaft? Ich kenne viele hoch gebildete Frauen, die Kopftuch tragen. Die träumen von einem selbstbestimmten Leben, sie wollen Geld verdienen und unabhängig sein. Natürlich vermittelt ihr Kopftuch die Botschaft: «Ich habe einen anderen Lebensstil.» Nämlich anders als das, was diese Frauen von der deutschen Gesellschaft wahrnehmen, und das sind halt oft die Zerrbilder aus Fernsehen und Zeitschriften. Worum es wirklich geht, zeigte sich, als im Irak ein französischer Journalist entführt wurde und die Geiselnehmer verlangten, dass in Frankreich das Kopftuchverbot aufgehoben werde. Wer ging da auf die Strasse? Die Kopftuchträgerinnen, die gesagt haben: Von diesem Taliban-Denken wollen wir uns nicht bestimmen lassen.

Die Deutschen nehmen das Kopftuch aber ganz anders wahr.

Ja, die Angsthasen und Kleingläubigen. Wir müssen nochmals schärfer nachdenken. Denn wenn wir diese Frauen ablehnen, dann drängen wir sie in die Arme der Konservativen und Islamisten. Manchmal habe ich den Eindruck, die Leute stellen sich Integration so vor: Die Ausländerin kommt hier an, am nächsten Tag ist sie im Tennisverein, in sechs Wochen spricht sie Deutsch, und mit zwanzig Jahren ist die Tochter aus einer strenggläubigen Familien ein Hiphop-Typ. So läuft das Leben nicht. Wir müssen endlich einsehen: Das Beste, was wir anzubieten haben, das ist gar nicht der Arbeitsplatz, sondern die freiheitliche Gesellschaft, die gerade nicht einen Lebensstil erzwingt, die niemandem vorschreibt, was zu denken und welche Predigt wann zu hören ist. Wir haben ein sehr attraktives System. Denn wir alle sind zur Freiheit geboren - nicht zum Sklaventum.

Diese Offenheit kann aber auch missbraucht werden, etwa von Hasspredigern.

Da gibt es wirklich Versäumnisse. Wir haben im Ausländerrecht seit Jahrzehnten die Ausnahmebestimmung, dass Geistliche aller Religionsgemeinschaften eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis bekommen. Das führt dazu, dass Imame importiert werden, die wirklich arme Schlucker sind - materiell und von der Ausbildung her. Die haben keine Erfahrung damit, wie es ist, als Muslim in der Diaspora zu leben, die kennen sich hier selbst nicht aus. Da hätten wir schon längst reagieren müssen. Indem wir entweder verlangen, dass sie Deutsch- und Landeskundekurse besuchen oder dass wir die Ausbildung in Deutschland organisieren.

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